Kieferorthopäde
Fachzahnarzt für Kieferorthopädie
Assoc. Prof. (TR) Dr. med. dent Saduman O. Köklü

2.2 Kieferfehlstellungen


In der Fachpraxis für Kieferorthopädie in Schwelm, im Umkreis von KölnWuppertal, Remscheid und Düsseldorf behandelt Ihr Kieferorthopäde Patienten mit unterschiedlich ausgeprägten Kieferfehlstellungen. Dabei liegt sein Hauptaugenmerk auf der Behandlung ohne Zahnextraktion und kieferchirurgischen Eingriffen.

Beiden Kieferfehlstellungen werden die Fehlbildungen hinsichtlich der Größe und Lage der Kiefer sowie ihrem Verhältnis zueinander untersucht.


Angle-Klassen I, II und III


Als fachliche Klassifikation der Fehlbiss-Varianten zählt die Einteilung in Angle-Klassen von 1899. Der amerikanische Kieferorthopäde E. Angle (1855 bis 1930) nahm diesbezüglich eine Unterteilung in drei Klassen vor. Dabei spielt der Verschluss (die Okklusion) des ersten oberen und ersten unteren Backenzahns eine wesentliche Rolle.

Klasse I: Neutralbiss, Normalbiss, eugnather Biss

Idealerweise reihen sich die Zähne auf dem Zahnbogen nahtlos aneinander, wobei die oberen Zähne leicht über die unteren Zähne beißen. Dabei berühren die unteren Schneidezähne die Rückseite der oberen Schneidezähne. Der vordere Höcker des ersten oberen Backenzahns beißt dabei in das zentrale Grübchen des ersten unteren Backenzahns.

Klasse II: Distalbiss, Rücklage des Unterkiefers

Hier handelt es sich um eine Abweichung der Regelverzahnung. Der vordere Höcker des ersten oberen Backenzahns beißt vor das zentrale Grübchen des ersten unteren Backenzahns.

Sagittale Frontzahnstufe, Rücklage des Unterkiefers

Sagittale Frontzahnstufe, Rücklage des Unterkiefers [K]

Klasse III: Mesialbiss, Rücklage des Oberkiefers

Zweite Abweichung: Der vordere Höcker des oberen ersten Backenzahns beißt hinter das zentrale Grübchen des ersten unteren Backenzahns.


Typische Kieferfehlstellungen


Kreuzbiss:

Bei einem normalen physiologischen Biss greifen die Oberkieferzähne über die Unterkieferzähne. Bei einem Kreuzbiss ist es umgekehrt. Kieferorthopäden unterscheidenden frontalen und seitlichen Kreuzbiss. Der Kreuzbiss kann einseitig oder beidseitig auftreten. Verantwortlich ist in der Regel eine abweichende Relation zwischen den Größenverhältnissen des Ober- und Unterkiefers.

Einseitiger Kreuzbiss

Einseitiger Kreuzbiss [K]

Vorbiss (Progenie)

Beim Vorbiss ist der Unterkiefer in Relation zum Oberkiefer vorverlagert.

Progenie des Unterkiefers

Progenie des Unterkiefers [S]

Progener Zwangsbiss

Progener Zwangsbiss [K]

Im Falle eines Zwangsbisses kann der Unterkiefer in der Kieferschlussbewegung nicht seine physiologische Position einnehmen, sondern wird aufgrund einer Zahnfehlstellung in eine Zwangsbisslage gedrängt. Dieser Zwangsbiss kann zu Wachstumshemmungen der Kiefer führen.

Rückbiss (Retrognathie)

Bei einem Rückbiss ist der Unterkiefer in Relation zum Oberkiefer zurückverlagert (wird umgangssprachlich auch als Überbiss bezeichnet).

Offener Biss

Es wird zwischen einem frontalen und einem seitlich offenen Biss unterschieden. Der offene Biss ist durch einen deutlichen Abstand zwischen den Ober- und Unterkieferzähnen gekennzeichnet. Es besteht kein Zahnkontakt zwischen Ober- und Unterkiefer.

Frontal offener Biss

Frontal offener Biss [K]

Tiefbiss

Normalerweise sollten die Oberkieferfrontzähne die Unterkieferzähne 2 bis 3 mm übergreifen. Bei einem Tiefbiss überragen die Oberkieferfrontzähne jene des Unterkiefers deutlich mehr. In gravierenden Fällen kann es sogar zur Traumatisierung (Verletzung) des vorderen Gaumens durch die Unterkieferfrontzähne kommen. Eine Sonderform des Tiefbisses ist der Deckbiss: In diesem Fall verschwinden die Unterkieferfrontzähne vollständig hinter den steil stehenden Oberkieferfrontzähnen.

Deckbiss

Deckbiss [K]

Scherenbiss


Scherenbiss

Scherenbiss [K]

Wie hier im Seitenzahnbereich zu sehen ist, beißen die Backenzähne beim sogenannten Scherenbiss aneinander vorbei.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten werden meist in Kooperation von Kieferorthopäden, Kieferchirurgen und Logopäden behandelt. Zahnfehlstellungen im Oberkieferfrontzahnbereich sowie ein gehemmtes Oberkieferwachstum stellen einige der Folgen dieser angeborenen Fehlbildung dar. In diesen Fällen bedarf es einer aufwendigen Therapie, die in der Regel von mehreren operativen Eingriffen begleitet wird. In einigen Fällen besteht aufgrund der fehlenden Verknöcherung des Gaumens eine direkte Verbindung zwischen Mund- und Nasenraum. Dies führt zu einer erschwerten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und kann auch die Sprachbildung beeinträchtigen. Um den Wasseraustritt aus der Nase zu vermeiden, besteht der erste operative Eingriff u. a. darin, diese Verbindung zu schließen. Weitere Operationen zum Aufbau des Kieferknochens, zur Ästhetik und zur Vermeidung von Sprachstörungen folgen im Verlauf der Therapie.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte [K]

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