Kieferorthopäde
Fachzahnarzt für Kieferorthopädie
Assoc. Prof. (TR) Dr. med. dent Saduman O. Köklü

Fragen Pool


Sehr geehrte Patienten,

wir haben für Sie die wichtigsten Fragen rund um die Kieferorthopädie zusammengestellt.
Aufgrund der vielen ausführlichen Beratungsgespräche, die wir mit unseren Patienten führen, wissen wir,
was Sie interessiert und wo am meisten Aufklärungsbedarf besteht.

Informieren Sie sich hier vorab über eine kieferorthopädische Behandlung!
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Wodurch entstehen Zahn- und Kieferfehlstellungen?

Die Gründe für Fehlstellungen liegen oft in der Veranlagung einer Person, es können aber auch die typischen Dinge, wie z.B. Daumenlutschen oder Nuckelflaschen sein. Die noch weichen Kieferknochen können sich verformen und dadurch eine Überbiss verursachen, bei dem die Fontzähne später hervorstehen. Eine mehr oder mindere Ursache für Zahnfehlstellungen kann der frühzeitige Verlust von Milchzähnen sein, da die nachkommenden Zähne in die entstandene Lücke wandern oder hinein kippen. Ebenso kann vorzeitiger Zahnverlust durch Karies dazu beitragen, das die Zähne wandern oder kippen.

Entfernung (Extraktion) bleibender Zähne - muss das sein?

Das Entfernen bleibender Zähne (Extraktion) sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn sich keine andere Möglichkeit ergibt, und der kieferorthopädischen Behandlung einen sinnvollen Nutzen beisteuert. Das sollte im Vorfeld mit dem Kieferorthopäden geklärt und abgewogen werden.

Bei welchen Fällen lässt sich eine Entfernung (Extraktion) bleibender Zähne nicht vermeiden?

Extraktionen werden bei starken Engständen der Schneidezähne vorgenommen, aber auch um den Überbiss zu korrigieren. Desweiteren werden sie aber auch bei der Platzbeschaffung für verlagerte Zähne oder bei Beseitung von Asymmetrien angewendet.

Wie kann man einer Entfernung (Extraktion) von bleibenden Zähnen vorbeugen?

Die häufigste Ursache für Extraktionen ist ein ausgeprägtes Größen und Missverhältnis zwischen Zähnen und Kiefer. Bei zu kleinen Kiefern kann der Kieferorthopäde durch eine Frühbehandlung das Kieferwachstum fördern und durch rechtzeitigen Einsatz von herausnehmbaren Zahnspangen der Zahnentfernung vorbeugen. In manchen Fällen kann er den Zahnverlust sogar vermeiden! Als guter Ausgangspunkt für einen Behandlungsstart ist die Phase nach dem Durchbruch der oberen mittleren Schneidezähne. Besprechen Sie dies mit Ihrem Kieferorthopäden!

Ich habe von Kieferorthopäden gehört, die seltener oder kaum Zähne ziehen lassen? Stimmt das?

Es gibt Kieferorthopäden, die aufgrund Ihrer fachlichen Ausbildung und durch Einsatz spezieller Apparaturen sehr häufig Extraktionen verhindern können. Unser oberstes Gebot ist das Zähne ziehen zu vermeiden. Auch wenn die Natur kein perfektes Gebiss liefert, sollte man dieses nicht zerstören, sondern erhalten. In unserer Praxis schaffen wir es in ca. 95 - 99% der Fälle zu einem perfektem Ergebnis zu gelangen, ohne einen Zahn zu ziehen.

Welche Zähne werden am häufigsten gezogen?

In der Regel werden die kleinen Backenzähne entfernt. Man nennt Sie auch "Prämolaren". Diese Prämolaren sind doppelt im Kiefer angelegt. Sie werden am häufigsten genommen, da Sie für die Kaufunktion und für die Koordination der Unterkiefer- bewegung nicht unbedingt von Bedeutung sind, wie z.B. die Eckzähne. Die großen Backenzähne, die sogenannten "Molaren" kommen am seltensten in Betracht. Aus zahnärztlicher Sicht entfernt man Sie nur, wenn Sie z.B. durch Karies stark beschädigt wurden oder nicht mehr erhaltungswürdig sind. Die Frontzähne, auch Schneidezähne genannt, werden aus ästhetischen Gründen ausschließlich im Unterkiefer entfernt. Und das auch nur, wenn es zu Unterkiefer-Frontengständen kommt, und dadurch die seitliche Verzahnung gefährdet ist. Diese Diskussion kommt in unserer Praxis so gut wie nicht vor, da wir gegen Zahnextraktionen sind und diese durch unsere Arbeit zu 95 - 99% vermeiden.

Können Milchzähne unbedenklich entfernt werden?

Die Extraktion von Milchzähnen kommt meistens zwecks Durchbruchs der bleibenden Zähne zum Einsatz. Dadurch kann der Durchbruch gesteuert werden. Dazu muss aber geprüft werden, ob mit dem baldigen Durchbruch der bleibenden Zähne zu rechnen ist, da sich sonst die Milchzähne in den Zahnreihen verdrehen oder verschieben können. Sollte ein Milchzahn zu früh entfernt werden, ist zu prüfen, ob ein Platzhalter eingesetzt werden muss. Dieser verhindert dann die Verdrehung oder Verschiebung der Zähne.

Kieferorthopädie für Erwachsene - geht das?

Generell gilt, das Zahnfehlstellungen bzw. Zahnregulierungen in jedem Alter durchgeführt werden können. Es gibt allerdings gegenüber der Apparaturen für Kinder einige Unterschiede. Erwachsene möchten nicht gerne mit Zahnspangen im Mund herum laufen und sehr viel Wert auf ästhetische und unauffällige Lösungen legen, da sie sich dies auf Grund Ihres Berufes, Position oder Situation nicht leisten können. Daher kommen bei Erwachsenen die Apparaturen mit transparenten Brackets (Keramik- oder Saphirbrackets), die Lingualbehandlung (von innen befestigte Brackets) oder die Behandlung mit unsichtbaren Schienen in Betracht. Der Grund für eine Behandlung liegt aber nicht immer in der Unzufriedenheit der Patienten mit ihrem "Lächeln". Oft dient die Zahnkorrektur der Wiederherstellung der Kaufunktion und damit der Schonung des Kiefergelenks, aber auch der Verbesserung bzw. Vorbereitung prothetischer Maßnahmen wie Implantaten, Kronen oder Brücken. Die Zahnfehlstellungen bringen im gesamtem Kiefer das Neuromuskuläre Gleichgewicht aus der Harmonie. Dies kann wiederum zu psychischen und unerklärbaren Beschwerden führen. Ein schönes und gesundes Lächeln öffnet Türen. Es ist ein soziales Status-Symbol.

Übernimmt meine Versicherung die Kosten für diese Behandlungen?

Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Kostenträgern: 

Gesetzliche Krankenkasse: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Erwachsenenbehandlung ab dem 18. Lebensjahr nicht. Es sei denn, es wird eine kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinations-Behandlung notwendig. Dabei ist z.B. eine Zahnoperation oder eine Zahnfleischoperation kein kieferchirurgischer Eingriff in diesem Sinne. Nur in dieser Kombination werden die Kosten übernommen, aber auch nur zum Teil. Oft müssen die Patienten Zuzahlungen leisten. 

Private Krankenversicherung: Diese Kostenträger übernehmen die Kosten gemäß Tarif für Kieferorthopädie. Wie dieser aussieht erfahren Sie bei Ihrem Versicherer. Beihilfe: In der Regel werden ab dem 18. Lebensjahr hier keine Kosten übernommen. Ihr Kieferorthopäde kann für Sie einen Kostenvoranschlag anfertigen und ihre Situation begründen. Vielleicht kann von Fall zu Fall eine kleine Hilfe gewährt werden. Nach aller Ablehnung kann man einen Amtsarzt konsultieren, der die Angelegenheit dann erneut überprüft.

Wann sollte mit der Behandlung meines Kindes begonnen werden?

Die meisten kieferorthopädischen Behandlungen beginnen zwischen dem 8. und 10. Lebensjahr. Man beginnt deswegen, weil in diesem Alter das vollständige Kieferwachstum noch nicht abgeschlossen ist und der Kieferorthopäde noch Einfluss darauf nehmen kann. Wenn Sie erkennen, das das Zahnwachstum Ihres Kindes nicht natürlich verläuft, sollten Sie unbedingt einen Kieferorthopäden aufsuchen. Dieser kann bereits nach dem 3. Lebensjahr erkennen, ob es beim Wachstum zu Fehlstellungen bei Ihrem Kind kommen kann. Frühzeitig erkannte Fehlstellungen lassen sich meistens durch Muskelübungen oder einer Mundvorhofplatte behandeln. Dies könnte Ihrem Kind eine spätere Behandlung mit z.B. einer festen Spange oder eine Operation ersparen.

Wie lange dauert eine Behandlung im Durchschnitt?

Bei der Behandlungsdauer unterscheiden wir Kieferorthopäden zwischen der aktiven Behandlung und der Retentionsphase. Der Unterschied lässt sich sehr einfach erklären. Die aktive Phase ist die Behandlungszeit mit der durch eingesetzte Apparaturen, die Zähne bewegt werden und die Retentionsphase ist die Zeit, in der die Zähne in der neuen Position gehalten werden. Die Dauer einer Behandlung lässt sich im Vorfeld nie genau festlegen. Die Dauer hängt zum Teil ab vom Schwierigkeitsgrad der Kiefer bzw. Zahnfehlstellung und der Mitarbeit Ihres Kindes. In der Regel beträgt die Behandlungsdauer 3 Jahre. Die Mitarbeit kann die Dauer vekürzen oder sogar verlängern. Eine aktive Behandlung von über 2 Jahren sollte durch eine gute Behandlungsplanung verhindert werden. Die Retentionsphase kann zwischen 3-5 Jahren dauern. In unserer Praxis setzen wir nach der aktiven Behandlung einen Retainer in der Oberkiefer- und Unterkieferfront ein. Über den Retainer kommen dann im Ober- und Unterkiefer unsichtbare Schienen, die eine eventuelle Zahnverschiebung für immer verhindern. Diese Schienen werden alle 6 Monate nur als Kontrolle eingesetzt. Im Falle einer Zahnverschiebung werden diese dann 2-3 Wochen getragen und die Zähne wieder in die vorherige Stellung bringen. Diese Methode hat sich als Dauerretentionsphase bei uns in der Praxis sehr bewährt. Besprechen Sie dies mit Ihrem Kieferorthopäden, dieser wird Ihnen im Beratungsgespräch aufgrund der vorliegenden Situation und seiner Erfahrungswerte genaueres sagen können.

Wer übernimmt die Kosten für die Behandlung meines Kindes?

Grundsätzlich entscheidet Ihre Versicherung über die Kostenübernahme. Dabei achtet Sie auf die medizinische Notwendigkeit und den Schweregrad der Kiefer- bzw. Zahnfehlstellung.

Erläuterung zu den Unterschieden der Kostenträgerstellen

Gesetzliche Krankenkassen (GKV) Seit 2002 existieren neue Richtlinien nach Kieferorthopädischen Indikations Gruppen (sog. KIG): der Kieferorthopäde muss vor Behandlungsbeginn die Kiefer- oder Zahnfehlstellung mit einer Art Notensystem von "1" bis "5" beurteilen. Die Krankenkassen zahlen erst ab "3"; leichtere Abweichungen mit Note "1" und "2" müssten die Eltern selbst bezahlen. Aber: Eine Fehlstellung mit Grad "1" oder "2" bedeutet nicht, dass eine Behandlung dieser Störung unnötig oder gar nutzlos wäre! Sie ist lediglich nach den neuen Kassen-Richtlinien nicht so dringlich, dass sie von den Kassen finanziert werden muss. Wenn die Zahn- und Kieferfehlstellung Ihres Kindes nicht innerhalb der Vorgaben der Krankenkassen liegt, spricht Ihr Kieferorthopäde mit Ihnen darüber. Sie entscheiden, in welchem Rahmen Sie Ihr Kind behandeln lassen wollen und wissen mittels Kostenvoranschlag vor Behandlungsbeginn, was Sie dafür bezahlen. Sofern Sie aber von der Krankenkasse eine Kostenübernahme erhalten, übernimmt diese beim 1. Kind zunächst 80%, bei weiteren Kindern 90% der Behandlungskosten. Die 10% oder 20% gibt es nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung zurück. Bei der GKV ist eine Kostenübernahme bis zur Vollendung des 18. Lebensjahre möglich, danach werden Kosten nur durch eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung seitens der GKV möglich. Für eine gute Behandlung mit High-Tech Materialien muss man oft Zuzahlungen, trotz Übernahme durch die GKV, leisten. Freiwillig versicherten Patienten empfehlen wir eine Behandlung mittels Kostenerstattung, d. h. sie erhalten beim Kieferorthopäden eine Privatbehandlung und befreien ihn damit von den ihm vorgeschriebenen Kassenrichtlinien ("Behandlung muss ausreichend, wirtschaftlich und notwendig sein"). Private Krankenversicherungen Diese erstatten bei festgestellter medizinischer Notwendigkeit sowohl prophylaktische Maßnahmen (z. B. die Beseitigung von Fehlfunktionen) als auch kieferorthopädische Behandlungen zur Zahn- und Kieferregulierung. Die Erstattung erfolgt dem jeweiligen Tarif entsprechend; viele Versicherte haben einen Selbstbehalt. Achtung: manche Krankenversicherungen bieten in den ersten Versicherungsjahren eine nur relativ geringe Zahnstaffel. Das Gebiet Kieferorthopädie sollte daher in dem Versicherungsvertrag Ihres Kindes aufgrund der oftmals kostspieligen Behandlungen nicht außer Acht gelassen werden. Private Zusatzversicherung Auf das neue KIG-System haben sich bisher nur wenige Versicherungen spezialisiert (z. Zt. DKV, Mannheimer, ARAG, Signal Iduna). Lassen Sie sich bezüglich Kosten, Wartezeiten, prozentuale Beteiligung an den Behandlungskosten von einem Versicherungsberater Ihres Vertrauens beraten. Die Beihilfe erstattet ebenfalls bei festgestellter medizinischer Notwendigkeit. Im Gegensatz zu der Privaten Krankenversicherung übernimmt sie jedoch nur die Kosten für eine durchschnittliche Behandlung. Inwiefern sie im Einzelfall für bessere Leistungen und modernere Techniken aufkommt, kann durch Einreichung eines Behandlungsplanes festgestellt werden.


Braucht mein Kind eine Zahnspange?

Zahnspangen sind in aller Munde: jedes Jahr bekommen über eine Million Kinder in Deutschland eine Zahnspange. Dass Kinder heute häufiger mit Zahnspangen versorgt werden als früher, hat mehrere Gründe: die Eltern legen größeren Wert auf gesunde und gerade Zähne. Außerdem kennt man heute die schädlichen Folgen von Zahn- und Kieferfehlstellungen besser als früher. Und schließlich akzeptieren heute die meisten Kinder eher eine Zahnspange, weil sie unter den gleichaltrigen längst kein Makel mehr ist.

Zahnregulierung - nur wegen der Schönheit?

Perfekte und makellose Zähne sind für den Kieferorthopäden ein angenehmer Nebeneffekt. Ein guter Kieferorthopäde entscheidet nach der medizinischen Diagnose darüber, ob die Fehlstellung der Zähne die Gesundheit beeinträchtigt oder Schäden am Zahnhalteapparat verurrsacht.

Wann muss eine Spange wirklich sein?

Sitzen einzelne Zähne schief im Kiefer oder stimmt der Biss nicht, weil Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen, dann kann dies schon bald Folgen haben: z. B. Magen- und Darmbeschwerden durch eine schlechte Kaufunktion, Sprach- oder Zungenfehler uvm. Falls die Zähne kreuz und quer stehen, kann es auch verstärkt zu Karies kommen. Nicht zuletzt werden Nacken- und Kiefermuskulatur und damit auch die Haltung negativ beeinflusst. Hals und Atemwege werden belastet, wenn der Mund sowohl nachts beim Schlafen als auch tagsüber beim Atmen nicht richtig geschlossen wird.

Was sind die häufigsten Gründe für eine kieferorthopädische Behandlung?

Zurückliegender Unterkiefer, Vorstehender Unterkiefer, Engstand, frontal offener Biss, Kreuzbiss

Herausnehmbare oder feste Zahnspange- welche ist die richtige?

Durch die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Geräte (Zahnspangen) kann man im Vorfeld die Einsatzmöglichkeiten auf 2 Gebiete reduzieren. Bei herausnehmbaren Geräten hat man immer eine längere Behandlungsdauer gegenüber festsitzenden Geräten, da Zahnbewegungen mit diesen Geräten sehr schwierig oder in manchen Fällen unmöglich sind. In unserer Praxis setzen wir deshalb die herausnehmbaren Geräte nur bei Bisskorrekturen bis zum 12 Lebensjahr ein. Sobald ästhetische und funktionelle Ergebnisse gewünscht sind, kommt immer ein festsitzendes Gerät zum Einsatz. Dadurch lässt sich in kürzester Zeit ein perfektes Ergebnis erzielen. In unserer Praxis bieten wir Ihnen vielerlei Möglichkeiten einer festsitzenden Apparatur. Für Patienten, die in der Öffentlichkeit arbeiten oder mit sichtbaren kieferorthopädischen Geräten nicht auftreten dürfen, bieten Keramikbrackets stets eine Alternative, da diese im Mund kaum sichtbar sind. Aufgrund modernster Medizin ist es heutzutage sogar möglich solche Apparaturen an den Innenseiten der Zähne anzubringen.(Lingualtechnik) Kleine Korrekturen behandelt man heutzutage mit sogenannten unsichtbaren Schienen. Die am meisten bekannte Methode ist die aus den USA stammende Invisalign Methode. In unserer Praxis bieten wir Ihnen neben dieser Methode eine von uns selbst weiterentwickelte patentierte Schienenbehandlung an. Sprechen Sie mit uns!

Wann muss eine Spange wirklich sein?

Sitzen einzelne Zähne schief im Kiefer oder stimmt der Biss nicht, weil Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen, dann kann dies schon bald Folgen haben: z. B. Magen- und Darmbeschwerden durch eine schlechte Kaufunktion, Sprach- oder Zungenfehler uvm. Falls die Zähne kreuz und quer stehen, kann es auch verstärkt zu Karies kommen. Nicht zuletzt werden Nacken- und Kiefermuskulatur und damit auch die Haltung negativ beeinflusst. Hals und Atemwege werden belastet, wenn der Mund sowohl nachts beim Schlafen als auch tagsüber beim Atmen nicht richtig geschlossen wird.

KIG - was ist das?

Seit 2002 gelten die sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG). Mit diesen neuen Regeln wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Krankenkassen nur noch für die Behandlung solcher Zahn- und Kieferfehlstellungen aufkommen, die das Atmen, Beißen, Kauen und Sprechen erheblich beeinträchtigen oder zu beeinträchtigen drohen. Dies hat für viele Kinder leider zur Folge, dass sie eine kieferorthopädische Behandlung nicht über die Krankenkasse erstattet bekommen.

Wie funktioniert KIG?

Die kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) sind in einer Art Tabelle in fünf Behandlungsgrade eingeteilt. Nur bei den Graden 5, 4 und 3 hat der Versicherte einen Anspruch auf Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkasse. Kosten für Behandlungen der Grade 1 und 2 werden nicht von der Krankenkasse übernommen, stellen dennoch in der Regel eine medizinische Notwendigkeit zur kieferorthopädischen Behandlung dar. In diesem Fall wird der Kieferorthopäde Sie aufklären, welchen Umfang die Behandlung haben wird und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Was ist bei einer Privatbehandlung zu beachten?

Es gibt verschiedene Varianten für die Durchführung der kieferorthopädischen Behandlung Ihres Kindes. Diese bestehen nicht nur in den verschiedenen Geräten, sondern insbesondere auch im Behandlungsziel! In jedem Fall sollte gewährleistet sein, dass der Biss während der Wachstumsphase korrigiert wird, was in der Regel durch (lose) funktionskieferorthopädische Apparaturen erfolgt. Kosmetische Dinge wie z. B. kleine Lücken, leicht rotierte Zähne oder geringe Engstände könnten ggfs. noch im Erwachsenenalter reguliert werden. Eine Bissregulierung ist jedoch nach abgeschlossenem Wachstum nur noch mittels chirurgischer Lagekorrektur der Kiefer möglich! Fragen Sie Ihren Kieferorthopäden nach den Unterschieden der durchführbaren Behandlungen und deren Kosten. Vielleicht kommt er Ihnen mit einer Ratenzahlung entgegen, um Ihnen die Durchführung der notwendigen Behandlung Ihres Kindes zu ermöglichen.

Assoc. Prof. (TR) Dr. med. dent Köklü:
Bahnhofstraße 28
58332 Schwelm
Telefon: 02 33 6 / 8 13 13
Telefax: 02 33 6 / 8 14 65
www.drkoeklue.de
www.niemehrschnarchen.org